| Wanderfahrt auf Fulda und Weser ( 08.06. – 13.06.09 ) |
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von Wolfgang Wallbaum
Mit etwas Mühe war es gelungen, 7 Ruderer für die Wanderfahrt zu gewinnen. Vier Teilnehmer vom RV Bad Wimpfen wurden ergänzt durch 2 Ruderer vom RV Neptun Neckarelz und einen Ruderer vom RC Gießen. Ausgangspunkt war nach ca. 5 Stunden Anfahrt das Bootshaus der RG Kassel, wo wir unser Boot einsetzten. Kurz danach hatten wir bereits die erste Schleuse zu passieren. Bis zu unserem Tagesziel, Hannoversch Münden (28 km), waren noch 3 weitere Selbstbedienungsschleusen zu durchfahren. Die Fulda ist in diesem Teilstück nur von Ausflugs- und Sportbooten befahren und bietet mit ihrem engen Tal, umgeben von bewaldeten Hängen, eine reizvolle Passage. Der Landdienst erwartete uns schon am Bootshaus in Hann – Münden und brachte uns zum nahe gelegenen Hotel. Als fast komplette Rentnermannschaft wussten wir den Komfort des eigenen Bettes gegenüber Luma-Lager sehr zu schätzen! Nach einem guten Essen in der alten Fachwerkstadt und einem Rundgang durch die Gassen mussten wir natürlich auch den Weserstein am Zusammenfluß von Werra und Fulda besuchen. Der nächste Tag sah uns bereits auf der Weser. Bei schönem Wetter ging es durch das nun etwas weitere Tal auf den Mäandern des Flusses stromab. Ein Bundeswehr-Hubschrauber, der im Tiefflug, dem Fluss folgend, entgegen kam, stoppte seinen Flug ca. 20 m über uns und sorgte dafür, dass Mützen und Wahrsager und alles nicht Niet- und Nagelfeste in Bewegung geriet. Bad Karlshafen am Zusammenfluss von Diemel und Weser, in schlichtem Barockstil erbaut, bot uns wieder ein gutes Quartier. Am dritten Rudertag hatten wir uns die Strecke bis Holzminden vorgenommen. Auf dem halben Wege machten wir bei Höxter Mittagspause. Im Anschluss wurde im Kloster Corvey bei einer Führung etwas Kultur getankt, bevor wir nach kurzer Weiterfahrt unser Tagesziel erreichten. Bei frühsommerlicher Temperatur konnten wir auf dem Marktplatz von Holzminden unser Essen einnehmen und nach einem Rundgang durch die Stadt der Aroma- industrie in unserem Hotel den Tag ausklingen lassen. An unserem Bootsanhänger war ein Problem mit dem Elektroanschluss aufgetreten. Eine Reparatur war nur im niedersächsischen Hameln möglich, da die Holzminden - auf der anderen Seite der Weser - gegenüber liegende Werkstatt sich bereits in Westfalen befand, wo Fronleichnam Feiertag ist Hanno und ich suchten also eine Werkstatt in Hameln auf, wo die Monteure nach langem Suchen in der Zugmaschine die Sicherung fanden, die für den Schaden verantwortlich gewesen war. Auf der Ruderfahrt nach Hameln kam nach dem Landdienstwechsel in Bodenwerder heftiger Gegenwind auf und hin und wieder auch ein bisschen Regen. Ziemlich abgekämpft erreichten wir den Anlegesteg des Bootshauses des Hamelner RC Weser und trafen dann im benachbar-ten, bewirtschafteten Anglerheim auf eine andere große Rudergruppe, die wir schon unterwegs gesehen hatten. Wie immer, wenn sich Wanderruderer treffen, waren auch ein paar Bekannte dabei und wurden mit großem Hallo begrüßt. Der Abend war reserviert für einen Rundgang durch die Altstadt der Rattenfängerstadt, die sich mit ihren schön restaurierten Häusern in bestem Licht präsentierte.
Am nächsten Tag hatten wir wieder schönes Wetter. Nach einem exquisiten Frühstück ging es wieder aufs Wasser. Nach Passage der einzigen Schleuse auf der Weser in Hameln lag zum Schluss die längste Tagesstrecke der Fahrt mit fast 70km vor uns. Das schöne Wetter hielt bis zur Mittagspause in Rinteln, wo wir uns von Wolfgang, unserem Giessener Mitfahrer verabschieden mussten. Kurz nach dem Ablegen in Rinteln kam ein Unwetter auf mit Regen und sehr heftigem, böigem Gegenwind. Die Mannschaft überlegte bereits, die Fahrt abzubrechen, als so plötzlich, wie das Unwetter gekommen war, es auch wieder ging. Also wurde die Fahrt fortgesetzt. Doch mit erneut schlechterem Wetter und starkem, böigem Gegenwind, der nun von der norddeutschen Tiefebene durch die Porta Westfalica herein blies, kam die Leidensfähigkeit der Mannschaft auf einen Tiefpunkt und man beschloß, bei nächster Gelegenheit anzulegen. Der Landdienst wurde telefonisch darüber informiert und hatte nun die schwierige Aufgabe, den Landeplatz mit dem Bootsanhänger zu finden, was ihm nach kürzeren Irrfahrten auch gelang. So war schließlich die letzte Tagesstrecke doch 13km kürzer als geplant. Nach dem Abstellen des Bootsanhängers auf dem Platz des Mindener RV ging es zügig ins schöne Quartier und nach ausgiebigem Duschen waren alle wieder fit und guter Dinge. Im letzten Mindener Esslokal unter deutscher Regie stillten wir unseren Hunger und Durst bei einem guten Mahl. Am letzten Tag gab es bei wieder schönem Wetter noch zwei Sehenswürdigkeiten zu besichtigen: Das Wasserstrassenkreuz Weser – Mittellandkanal und das Kaiser Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica. Gegen Mittag war es dann Zeit, die Heimreise anzutreten. Auf der langen Fahrt zurück nach Bad Wimpfen konnte jeder noch einmal gedanklich die Fahrt Revue passieren lassen.
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